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Mit Bus und Bahn ins Brohltal

Ein Rückblick auf die Seniorenfahrt 2009

Pünktlich um 13.00 Uhr stand am Dienstag, dem 20. Oktober 2009, der Doppelstock-Bus von Univers-Reisen am vereinbarten Treffpunkt vor dem Schulplatz und der Dransdorfer Burg zur Abfahrt bereit. Mehr als 80 Teilnehmer hatten sich angemeldet. Trotz einiger Absagen gingen schließlich 82 Personen „an Bord“, wobei eine Betreuerin vom Angela-Fey-Haus und die mit der Organisation zuständigen Mitglieder des Ortsausschusses hinzugezählt sind. Man mochte es kaum glauben, dass so viele Personen in einem einzigen Reisebus bequem Platz fanden. Nach einer kurzen Begrüßung und einigen Bemerkungen zum Programmablauf von unserem Ortsausschußvorsitzenden Thomas Eislöffel ging’s dann bei schönstem Sonnenschein in Richtung Süden.
Schon bald hatten wir über die B 9 Bonn und Godesberg hinter uns gelassen und konnten uns noch einige Kilometer lang an dem herrlichen Blick aufs Siebengebirge erfreuen. Südlich davon schlossen sich dann bei der Fahrt rheinaufwärts die Ausläufer des Westerwaldes an. Unterdessen hatten wir zur linken Seite die Strominsel Nonnenwerth und rechter Hand Rolandseck mit dem bekannten Künstlerbahnhof bzw. dem heutigen Arp-Museum passiert. Hinter Oberwinter wurde das nördlich von Remagen gelegene Schloß Marienfels zum Blickfang. Das an exponierter Berglage oberhalb der B 9 erbaute Schloß – so erklärte unser türkischstämmiger Busfahrer „Ali“ – hatte vor einigen Jahren der bekannte TV-Star und Moderator der Unterhaltungsbrache Thomas Gottschalk gekauft und seit 2006 zu seinem Familiensitz gemacht. Wenig später wurden bergseitig die oberhalb von Remagen aufragenden Türme der Apollinaris-Wallfahrtskirche sichtbar.
Auf unserer Weiterfahrt grüßte von Sinzig herüber der mächtige achtseitige Vierungsturm der spätromanischen Pfarrkirche St. Peter, der mit seinen 66 Metern gleichermaßen Stadt sowie die Landschaft an Rhein und Ahrmündung als weithin sichtbare Landmarke überragt.
Weiter ging die Fahrt durch Bad Breisig und vorbei an Burg Rheineck nach Brohl-Lützing, wo wir gegen 13.45 Uhr ankamen und die erste Etappe unseres Ausflugs endete. Nach ungefähr 40 Kilometer mit dem Bus hieß es nun: „Alle aussteigen zur Weiterfahrt auf dem Schienenwege mit der Brohltalbahn.“
Über ein paar Stufen hinauf gelangte man zum Bahnhof in der Ortschaft Brohl (Gemeinde Lützing), dem Ausgangspunkt der zweiten und zugleich Hauptetappe an diesem Nachmittag. Der Zug bestand aus einer Diesellok und drei älteren Personenwaggons, wovon für die Fahrt nach Engeln, dem Endpunkt der Strecke, die hintere Zughälfte für die Seniorinnen und Senioren aus Dransdorf reserviert war. Nachdem alle einen Platz gefunden hatten, konnte der „Vulkan-Express“ ganz planmäßig um 14.10 Uhr abfahren.
Streckenverlauf und Sehenswürdigkeiten wurden bereits bei der Ankündigung und Einladung zur Seniorenfahrt im vorigen „Dransdorfer Boten“ (Nr. 57, S. 17 u. 19) beschrieben und werden daher hier nicht weiter dargestellt. Statt dessen möchte ich den erhebenden Blick auf den rechteckigen Bergfried der Burg Olbrück in Erinnerung bringen, der nach erfolgter Restaurierung der Burganlage bei dem heiteren Sonnenlicht an unserem Ausflugsnachmittag weithin leuchtend das obere Brohltal beherrscht. – Ein zusätzlicher kurzer Aufenthalt von etwa 15 Minuten wurde inmitten der Steilstrecke der Schmalspurbahn bei dem Ort Brenk eingelegt. Dort, knapp zwei Kilometer vor der Endstation Engeln, wurden einige Güterwaggons umrangiert. Diese waren mit dem in der Nähe abgebauten Vulkangestein Phonolith (Klingstein) beladen, und sollten bei der Talfahrt zurück nach Brohl angehängt werden. Bereits eine Viertelstunde später waren wir um 16.00 Uhr an unserem 465 Meter hoch gelegenen Zielbahnhof angelangt. Vom Ausgangspunkt Brohl hatten wir somit bis Engeln (Gemeinde Kempenich) einen Höhenunterschied von 400 Metern zurückgelegt.
Die anschließend zur freien Verfügung stehende Stunde nutzten etliche Teilnehmer zu kurzen Spaziergängen in der näheren Umgebung. Direkt beim und gegenüber dem Bahnhof bot sich Gelegenheit zu einem Rundgang durch einen Geogarten, der in wenigen Beispielen die für diese Region bestimmenden Erdalter und Zeitabschnitte aufzeigte. Wer aber eine der in nächster Nähe gelegenen Anhöhen hinanstieg, wurde mit einem wunderbaren Rundblick über die umliegende Hügellandschaft der östlichen Vulkaneifel, die Ahrberge und das zum Rhein hin sich absenkende Brohltal belohnt. In der Ferne jenseits des Rheins waren sogar Siebengebirge und vorderer Westerwald erkennbar.
Die Mehrheit jedoch ging gleich in das als Treffpunkt vereinbarte Bahnhofslokal mit dem bezeichnenden Namen „Vulkan-Stube“. Die rustikale Ausstattung des 100 Personen fassenden Gastraumes mit Kamin, Holzwänden und meist langen Tisch- und Stuhlreihen oder Holzbänken bildete den Hintergrund für das anschließende gemütliche Beisammensein. Dabei konnten Dransdorferinnen und Dransdorfer in zwanglosen Gesprächen die neuesten „Nachrichten aus dem Dorf“ oder ihre Erinnerungen an alte Freunde und Begebenheiten austauschen. Krönung dieser dritten Etappe unserer Seniorenfahrt war das vom Ortsausschuß ausgesuchte und bezahlte Büffet. Geboten wurden Krustenbraten vom Eifelschwein, warmer Eifeler Speck-Kartoffelsalat, Geflügelgeschnetzeltes in Champignon-Rahmsauce mit Butterreis, dazu rustikal angemachte Salate, Blattsalat, diverse Dressings und Partybrötchen. Da läuft einem noch nachträglich das Wasser im Munde zusammen! Das in der „Vulkan-Stube“ erlebte gemeinsame Essen und Trinken in familiärer Atmosphäre bildete zweifelsohne den abschließenden Höhepunkt dieser Seniorenfahrt.
Vom Bahnhof Engeln aus erfolgte 18.30 Uhr die Heimfahrt wieder mit dem Bus, der bei zunehmender Dämmerung in knapp einer Stunde uns über die B 412 und A 61 bzw. 565 zurück nach Dransdorf brachte. Aus den Bemerkungen der Teilnehmer beim Verlassen des Busses und bei der Verabschiedung konnte man immer wieder heraushören, dass die Seniorenfahrt 2009 allgemein sehr gefallen hat oder als „rundum gelungen“ bezeichnet wurde, ja sogar für die meisten ein ganz besonderes Erlebnis war. Die einhellige Meinung gipfelte in dem Satz: „Bei der nächsten Fahrt oder Veranstaltung sind wir wieder dabei“. Eine deutlichere Bestätigung für eine erfolgreiche Senioren-Begegnung kann man sich kaum vorstellen.
Dieser Rückblick darf nicht abgeschlossen werden, ohne dem Ortsausschuß Dransdorf insgesamt, namentlich dem Vorsitzenden Thomas Eislöffel und Jochem Weinstock sr. als Organisator dieser Fahrt nebst Begleitern aufs herzlichste zu danken. Nicht zuletzt gilt unser Dank auch den Dransdorfer Mitbürgern, Firmen und besonders den Vereinen, die durch Spenden und finanzielle Zuwendungen die Durchführung einer so unvergeßlichen Seniorenfahrt ermöglicht haben.

Dieter F. Körschner

[Dransdorf, November 2009]


Für Freunde von Statistiken hier einige Ergänzungen: abzüglich der Begleitpersonen nahmen 77 Seniorinnen und Senioren teil, wobei die Anzahl der Frauen mit 52 Teilnehmerinnen mehr als doppelt so hoch wie die der 25 mitfahrenden Männer ausfiel. Nach Geburtsjahrgängen aufgeschlüsselt lagen auch hier die Frauen deutlich vorn, nämlich mit Jahrgängen von 1920 bis 1947, während die Männer mit den Geburtsjahren 1924 bis 1942 vertreten waren.