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Ein Nachmittag im „Goldenen Oktober“

Seniorenfahrt 2010 zum Wild- und Erlebnispark Daun

Nach vorausgegangenen Regentagen zeigte sich wie auf Bestellung am 21. Oktober endlich wieder die Sonne. An jenem Donnerstag sollte die diesjährige Seniorenfahrt in das Gebiet der Kur- und Ferienregion Daun in der Eifel führen. Pünktlich um 13 Uhr startete der Doppelbus von Univers über die A 565 und A 61 Richtung Süden. An Bord waren 56 Personen, die teils paarweise, aber überwiegend als Einzelpersonen ausreichend Platz vorfanden und schnell untereinander Anschluss gefunden hatten. Schließlich kannte man sich doch seit Jahren oder von früheren gemeinsamen Fahrten des Ortsausschusses.
Bei Mendig ging es über die B 262 an Mayen vorbei auf die A 48 Richtung Trier. Auf dieser Strecke waren besonders auffallend die Ansammlungen von Windenergieanlagen, die auf den Höhen schon von weitem sichtbar waren. Von Naturschützern werden diese Windparks als „Verspargelung“ der Landschaft bezeichnet und von den Befürwortern „sauberer“ nachhaltiger Energiegewinnung als unverzichtbar angesehen. Unabhängig davon ist der Gegensatz von Natur und Technik ein faszinierender Anblick. Im weiteren Fahrtverlauf sah man kurz vor Ulmen rechts (nördlich) der Autobahn den Jungfernweiher und auf der linken Seite das Ulmener Maar. Hinweisschilder auf weitere Maare in dieser Gegend machten deutlich, dass wir uns im Herzen der Vulkaneifel befanden.
Schließlich erreichten wir wenige Kilometer westlich von Daun hinter dem Ortsteil Daun-Pützborn gegen 14.30 Uhr den Wild- und Erlebnispark Daun. Dort war im Café-Restaurant „Waldhaus Hirschberg“ bereits für die Dransdorfer Seniorinnen und Senioren reserviert und eingedeckt zu Kaffee und Kuchen.
Nach dieser Erfrischungspause ging`s mit dem Bus auf der 8 km langen Autowanderstraße durch den Wildpark. Der 1970 als Ausgangspunkt der „Deutschen Wildstraße“ eröffnete Hirsch- und Saupark hat im Laufe der Jahre seinen Tierbestand erheblich erweitert, so dass heutzutage auch früher nicht hier heimische Wildtiere aus fernen und außereuropäischen Ländern Aufnahme gefunden haben (Esel, Mufflons, Wildpferde, Berberaffen, Lamas und Yaks). Auch eine Greifvogelstation ist inzwischen eingerichtet. Wie schon in der Anmeldung angekündigt, konnten wir eine Vielzahl dieser Wildtiere aus nächster Nähe beobachten. Von diesen waren zahlenmäßig Hirsche und Rehe sowie kleine und große Wildschweine am häufigsten zu sehen. Die Tiere, die sich völlig frei in ihrem natürlichen Umfeld bewegen, zeigten kaum Scheu und kamen Nahrung heischend den vorbeifahrenden Autos oft recht nahe. Im übrigen vermittelte der „naturbelassene“ Wald an vielen Stellen einen urwaldähnlichen Eindruck.
Aber nicht allein die Tiere zogen unsere Blicke auf sich. Der alte Mischwald bot im Sonnenlicht eine Palette an Herbstfarben. Neben den immergrünen Nadelbäumen erglänzten die von der Nachmittagssonne beschienenen Baumkronen in verblassendem Grün, in Gelb, Orange, Braun und in Rot. Nach einer guten Stunde, die auf dem schmalen und teils kurvenreichen Autowanderweg dem Fahrer wegen der Größe unseres Busses hohe Konzentration und erprobte Fahrpraxis abverlangte, gelangten wir wieder an den Ausgangspunkt des Wildparks.
Nach kurzer Pause traten wir gegen 17 Uhr die Rückfahrt an, die zur Abwechslung größtenteils über bewaldete Bundesstraßen (Nürburg, Adenau, Altenahr) und auch eine Teilstrecke an der Ahr entlang führte. So konnten wir noch einmal die Farbenpracht des herbstlichen Waldes erleben. Ein Naturschauspiel besonderer Art erwartete uns, als wir die Kalenborner Höhe hinter uns gelassen hatten. In der Talsenke vor uns lagen Rheintal und Siebengebirge, die vom rötlich-violetten Abendrot überflutet und mit dem am Himmel bereits sichtbaren Vollmond ein einzigartiges Panorama bildeten.
Mit etwas Verspätung waren wir 18.30 Uhr schließlich wieder in Dransdorf angekommen, wo uns im Saal der „Lambertusstube“ als abschließender Höhepunkt ein sehr appetitlich zubereitetes und wirklich empfehlenswertes „Restaurationsschnittchen“ serviert wurde. Bei Speis und Trank bot sich anschließend genügend Zeit, sich über die Seniorenfahrt und anderes mehr auszutauschen. Ein schöner Tag mit einem schönen Ausklang.
Dafür möchten wir dem Ortsausschuss Dransdorf ganz herzlich danken. Stellvertretend und namentlich muss hier besonders dessen Vorstandsmitglied Jochem Weinstock sr. genannt werden, der allein für Vorbereitung, Organisation und Durchführung dieser gelungenen Seniorenfahrt verantwortlich war. Die stattliche Summe, welche die auf der Rückreise übliche Sammlung unter den Teilnehmern erbrachte und Grundstock der nächsten Fahrt bildet, ist ein deutliches Zeichen für die allseitige Zufriedenheit mit diesem Ausflug zum Wildpark nach Daun.
Dank gilt gleichermaßen auch den Dransdorfer Mitbürgern, Firmen und Vereinen, die durch Spenden und finanzielle Zuwendungen die diesjährige Seniorenfahrt ermöglicht haben.

Dieter F. Körschner
Dransdorf, November 2010